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Barrierefreiheit bedeutet Lebensqualität

Brüsseler Innnenstadt

Kommunen stehen vor der Herausforderung und sind dafür verantwortlich, den öffentlichen Raum für alle zugänglich bereitzustellen und dafür zu sorgen, dass Alle, vom kleinen Kind bis zum Greis am Leben in der Gesellschaft teilhaben können. Diese Verantwortung wurde nicht zuletzt durch die Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention erhöht und vertraglich festgeschrieben. Ganz oben steht hier ein selbstbestimmtes Leben und die Teilhabe von Menschen mit Behinderung. An dieser Stelle, verehrte Damen und Herren, vermag der eine oder andere Leser dieser Zeilen aus unterschiedlichen Beweggründen aufhören, weiterzulesen. Wir möchten Sie jedoch einladen, bei uns zu bleiben, um unseren Ansatz kennen zu lernen.

Grundlage

Politische Zielsetzung zur Schaffung ähnlicher sozialer und wirtschaftlicher Lebensverhältnisse für ein bestimmtes Territorium existieren schon mit dem Vertrag über die Europäische Union (EGV), der die Verringerung unterschiedlicher Entwicklungsstände zum erklärten Ziel der Gemeinschaft macht. Nach dem Grundgesetz ist die Bundesrepublik ein sozialer Bundesstaat mit entsprechender Verantwortung für die Bürger. Zu den Aufgaben des Sozialstaates gehört es - übrigens nicht erst seit Ratifizierung der UN-BRK -, die gleiche Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger an öffentlich verantworteten technischen und sozialen Infrastrukturleistungen und die gleiche Chance auf Selbstentfaltung der Person zu ermöglichen. Das gilt auch in räumlicher Hinsicht, und zwar unabhängig von der Lage des Wohnorts.

Wir wissen selbstverständlich, dass die regionalen und urbanen Entwicklungspotenziale von einer Reihe von Standortfaktoren abhängen, wie der Art und dem Umfang privater und öffentlicher Investitionen, der Quantität und der Qualität der Produktionsfaktoren, der geografischen Lage, dem Standortimage sowie der Wirtschaftsstruktur. Von großer Bedeutung für die ökonomischen Entwicklungsperspektiven der Kommunen sind zunehmend die demografischen Bedingungen.

Problemstellung

Bevölkerungsverluste führen in ländlichen Gemeinden nicht nur zu Leerstand und zum Verfall von Gebäuden, sondern bereiten auch den kommunalen Finanzen Probleme. Denn Schrumpfung bedeutet stets einen Rückgang der Einnahmen bei kaum geringeren oder sogar höheren Infrastrukturkosten. Dörfer und Kleinstädte werden durch Leerstand immer unattraktiver.

Perspektive

Welche Perspektiven gibt es für die Städte und Dörfer im ländlichen Raum? Verabschieden muss man sich von der Vorstellung, der Status quo könne einfach aufrechterhalten werden. Städte und Dörfer müssen eine neue Funktion finden, wollen sie sich demografisch, nachhaltig und ökonomisch stabilisieren. Orte in verkehrsgünstiger Lage zu städtischen Zentren können als vergleichsweise kostengünstige und grüne Familienzonen im Einzugsbereich der Städte fungieren. Andere Dörfer können sich aufgrund ihrer Landschaft und natürlichen Ressourcen auf der Basis von Tourismus und Wellness etablieren. Dörfer und ländliche Regionen können auch eine Subsistenzgrundlage - etwa auf Grundlage von Biolandwirtschaft, Bioenergieerzeugung oder anderer Innovationen finden. Es braucht Projekte zur Verbesserung der Lebensqualität und Aufrechterhaltung der Daseinsvorsorge. Viele solcher Initiativen oder Aktionen brauchen nur wenige Ressourcen, um die Schwelle zum eigenständigen Überleben zu erreichen.

Barrierefreiheit als Chance und Notwendigkeit erkennen

Barrierefreiheit ist ein Imagefaktor und steigert wie schnelles Internet die Attraktivität des Standortes
Barrierefreiheit ist kein "behindertes" Alleinstellungsmerkmal, sondern gesamtgesellschaftliche Notwendigkeit für Alle vom kleinen Kind bis zum Greis
Barrierefreiheit ist ein wichtiges Querschnittsthema zur Umsetzung demografischer, ökonomischer und nachhaltiger Konzepte
Vereinzelte barrierefreie Gebäude oder Liegenschaften sind keine barrierefreie Kommune, sondern Insellösungen. Es braucht eine in sich geschlossene und branchenübergreifende barrierefreie Service- und Infrastrukturkette
Barrierefreies Bauen und Gestalten ist keine Frage der Kosten, sondern vielmehr der Konzeption und Planung. So kommt eine KfW-Studie 2017 - für uns nicht verblüffend - u.a. zu dem Ergebnis, das Barrierefreiheit im Neubau nur gut ein Prozent der Gesamtbaukosten ausmacht. Werden diese Mehrkosten in Beziehung zum Anstieg der Grundstückskosten, Kaufpreise oder auch der Grunderwerbsteuer in den vergangenen Jahren gesetzt, so erscheinen sie vernachlässigbar gering. Das gilt insbesondere dann, wenn die Einsparmöglichkeiten durch umsichtige Planung und kluge Auftragsvergabe dagegengehalten werden.
Wichtig ist die Einsicht, dass es bei Barrierefreiheit nur sehr eingeschränkt eine zweite Chance gibt: Richtige Beratung, Planung und Konzeption sind hierbei der bessere und vor allem der sehr viel billigere Weg als spätere Umbaumaßnahmen oder Nachbesserungen.

Aktueller Status

60.000 Ärzte Von 252.000 niedergelassenen Ärzten geben 60.000 an, in einem oder mehreren Bereichen über barrierefreie Praxisräume zu verfügen.
3.600.000 Wohnungen Es fehlen in Deutschland schon heute 2,5 Mio. barrierefreie Wohnungen (2030 fehlen 3,6 Mio Wohnungen).
2,5 Milliarden Euro Der deutsche Tourismus verschenkt jährlich rund 2,5 Mrd. Euro wegen nicht vorhandener barrierefreier Angebote.

 

 

Barrierefreie Kommunen: 53 Milliarden Euro Investitionsbedarf bis 2030

Die Schaffung einer barrierefreien Infrastruktur in den Kommunen wird bis 2030 rund 53 Milliarden Euro kosten (Quelle: Deutsches Institut für Urbanistik - DIfU). Die Studie gibt allerdings nur Auskunft über den Investitionsbedarf urbaner Regionen für den "altengerechten" Umbau der Infrastruktur.

Auf allein 21,1 Milliarden Euro wird der Bedarf bei kommunalen Wohngebäuden beziffert. Sehr hoher Investitionsaufwand besteht auch beim öffentlichen Personennahverkehr (15 Mrd.) sowie bei Straßen und Wohnumfeld (13,3 Mrd.). Zudem werden Mittel vor allem in den Bereichen Sportstätten (1,65 Mrd.), Pflegeeinrichtungen (780 Mio.), Gesundheit (730 Mio.), Verwaltungsgebäude (610 Mio.) und Kultureinrichtungen (140 Mio.) benötigt. "Nur mit gemeinsamer (privatwirtschaftlicher und öffentlicher) Unterstützung können insbesondere finanziell schwache oder ländlich geprägte Kommunen gewährleisten, dass die älter werdende Bevölkerung weitgehend uneingeschränkt am öffentlichen Leben und an den Angeboten der Kommune teilnehmen kann.

Die Studie verweist ausserdem auf Aussagen von Kommunalvertretern, nach denen bisher nur ein geringer Teil der Bereiche Gebäude (20%), Zugänge zum öffentlichen Personennahverkehr (63%) sowie Straßen und Wohnumfeld (50%) "barrierefrei/-arm" sind.

10 Befragte - 11 Antworten

Befragt man 10 Personen, was für Sie barrierefrei bedeutet, erhält man meist 11 Antworten. Dies gilt auch für 10 Personen mit gleichartiger Einschränkung. Das liegt nicht an der Unentschlossenheit, sondern faktisch an der Individualität jedes einzelnen Menschen. Wie also verleiht man dem Satz, "Wir sind barrierefrei" Aussagekraft und den Anspruch auch verlässliche Informationen?

15 Prozent

Im Schnitt leben in einer Gemeinde heute 10 bis 15 Prozent Einwohner/Innen mit einer Einschränkung. Dazu gehören Rollstuhlfahrer; Mobilitätseingeschränkte, Menschen mit körperlicher Einschränkung, Taube oder schlecht Hörende, Erblindete oder Seheingeschränkte, Menschen mit einer Lernbehinderung, Kognitiv, seelisch oder psychisch eingeschränkte Menschen.

40 Prozent

Die Altersgruppe 80+ (heute 3,7 Millionen) wird in den nächsten Jahren stetig wachsen. Bis 2020 auf fast 6 Millionen, nach 2030 noch stärker zunehmen und 2050 gut 10 Millionen erreichen, also fast dreimal so hoch. Der Anteil der Hochbetagten an der Altersgruppe 65+ beträgt dann nicht mehr 25%, sondern 40%. Mit dieser sehr starken Zunahme wird auch die Zahl der Pflegebedürftigen zunehmen.

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Outputs

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Outcomes

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Impact

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